Märkte und Favoriten

21. Oktober 2026

Woche 42: Deutlicher Verkaufsüberhang

Nachdem in den Vorwochen im Hinblick auf das Handelsvolumen meist Käufe vorne lagen, brachten in der Berichtswoche die Verkäufe mehr Euros auf die Waage: Vom Umsatz in unserem Depotausschnitt der Woche Nr. 42 in Höhe von 0,72 Mio. Euro entfielen 0,24 Mio. auf Käufe und 0,48 Mio. auf Verkäufe. Das war vor allem auf den Verkaufsüberhang bei Fonds zurückzuführen.

Aktien steuerten zum Wochenumsatz 0,50 Mio. Euro bei, gefolgt von Fonds mit 0,14 Mio. Euro und Derivaten mit 0,08 Mio. Euro.

1-Monats-Favoriten

Die 5 meistgekauften Aktien der letzten vier Wochen WKN
1.Amphenol Corp. 882749
2.Rolls-RoyceA1H81L
3.SLB N.V. 853390
4.Procter & Gamble Co., The 852062
5.ASML Holdg. N.V. A1J4U4

Absolutes High-End-Produkt überzeugt noch nicht: ASML

ASML war in der Berichtswoche kein Kauf in unserem Depotausschnitt, die Aktie rückte vielmehr aufgrund des weiterwandernden Zeitfensters, gewissermaßen „passiv“, unter die first five der Aktienfavoriten im 1-Monats-Zeitraum. Der niederländische Lithographiesysteme-Spezialist mit Monopolstellung im High-End-Bereich veröffentlichte am 14. Oktober 2026 seine jüngsten Zahlen.

Die bewerteten Marktbeobachter zwar als stark, auch wurde die Prognose für 2026 angehoben. Dennoch gab der Kurs der ASML-Aktie nach Zahlen kräftig nach mit zumindest temporär negativen Auswirkungen auf den gesamten Halbleitersektor.

Betrachtet man die ASML-Aktie im Kontext ihrer Oktoberentwicklung, dann setzte sich mit dem jüngsten Rutsch nur der seit 6.10. zu beobachtende fallende Trend fort. Eine Zeitskala höher (Monate im laufenden Jahr) bewegt sich die imaginäre Trendgerade bei Betrachtung mit bloßem Auge seit Juni seitwärts, zuvor folgte sie einem Aufwärtstrend.

Einer unter mehreren längerfristigen Aspekten, die Beobachter derzeit etwas skeptischer auf die Aktie blicken lassen, ist, dass Großkunden wie TSMC gegenwärtig wohl beim neuen High-NA-Lithographiesystem etwas zurückhaltender sind, weil der wirtschaftliche Nutzen einer Anschaffung umstritten ist. Denn bei 400 Millionen Euro pro Maschine verzichten auch die Riesen unter den Chipherstellern nicht auf eine Kosten-Nutzen-Kalkulation – zumal diese Rechnung skaleninvariant angewandt werden sollte.

3-Monats-Favoriten

Die 5 meistgekauften Wertpapiere der vergangenen drei MonateWKN
1.Amphenol Corp. 882749
2.Procter & Gamble Co., The 852062
3.Apple Inc. 865985
4.Rolls Royce PLC A1H81L
5.Bank of America Corp. 858388

Bank of America doppelt abgestraft: Zuerst vom Staat, dann vom Markt

Aktien der Bankenbranche haben in den USA in der Berichtswoche zugelegt, denn etliche der großen Häuser haben ihre Quartalsdaten der Öffentlichkeit vorgestellt und die Marktteilnehmer überzeugt. Darunter waren: die größte US-Bank JPMorgan Chase, Citigroup und Goldman Sachs. Dementsprechend kletterte der Preis der Aktien dieser Finanzinstitute nach oben.

Nach unten ging es hingegen für die Aktie der Bank of America, die sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn die Analysten enttäuscht. Dazu trug eine unerwartet hohe Strafe für schon länger behördlich monierte Defizite beim Kampf gegen Geldwäsche und bei der Exekution bzw. -Kontrolle von politischen Sanktionen bei. Die Compliance-Mängel kosteten die Bank 1,21 Milliarden USD, was die dritthöchste Strafzahlung dieser Art in den USA sein soll.

Auch geriet CEO Brian Moynihan in die Kritik, weil er das Ausmaß des Rückgangs im Trading am Markt nicht adäquat kommuniziert habe, sondern im Vormonat noch höhere Erwartungen genährt habe. Offenbar lief es im traditionellen „Main Street“-Geschäft (Einlagen, Kredite, Vermögensverwaltung) sehr gut, aber im „Wall Street“-Geschäft (Handel) lief es weniger gut und die hohe Strafe wegen Compliance-Defiziten kam unerwartet. Die Aktie der BoA verlor vor Börsenbeginn zunächst rund 8 Prozent (von knapp 54 USD auf 49,5 USD), am Ende des 14. Oktober betrug der Kursrutsch dann um die 5 Prozent. Aktuell (20.10.) notiert die Aktie bei 50,6 USD.