Der Kaufumsatz von 4,48 Mio. Euro in der Berichtswoche verteilte sich auf 1,55 Mio. bei Aktien, 0,31 bei Anleihen, 0,20 Mio. bei Fonds und 2,4 Mio. bei Zertifikaten. Die Aktien wurden fast alle am Beginn der Berichtswoche, am Montag gekauft. Dabei fällt auf den uns übermittelten Kauflisten die starke Konzentration insbesondere auf französische bzw. „frankophone“ und Schweizer Titel auf. Unter anderem:  Cap Gemini; Cie Génle Éts Michelin, Grpe Bruxelles Lambert,  Atos, Swisscom, SGS, Givaudan, Swiss Re.

Der größte Posten bei Aktien war der Kauf von Atos-Titeln. Hervorzuheben ist zunächst, dass Atos-Aktien in unseren beiden Favoritenrankings – 1-Monats-Aktienfavoriten und 3-Monats-Wertpapierfavoriten – derzeit ganz vorne liegen und das sie zudem einen zweiten bzw. fünften Rang bei den absoluten bzw. relativen Topkauf-Rankings der Berichtswoche erzielten. Wie unserer Liste der Wertpapierkäufe der letzten drei Monate zu entnehmen ist, war das Atos-Papier im April und im Juni besonders gefragt. Allerdings trat als Käufer hauptsächlich eine Vermögensverwaltung in Erscheinung, die wohl generell etwas „frankophiler“ anlegt als die meisten anderen Häuser, von denen wir Daten erhalten.

Die Aktie des in Bezons per Hauptsitz ansässigen IT-Dienstleisters kletterte seit Februar dieses Jahres von unter 63 Euro auf über 83 Euro Ende Mai und wieder am 23.Juni. Die von uns registrierten Käufe am 20.6. und 22.6. wurden offenbar unter der Prämisse eines wahrscheinlicheren Votums der Briten für den EU-Verbleib vorgenommen. Im Gefolge der starken negativen Marktreaktionen auf das Referendum rutschte dann jedoch auch der Kurs der Atos-Aktie auf bis zu 71 Euro ab.

Zu bemerken ist auch, dass am Freitag, dem 24.6., keine Verwaltung, die uns ihre Handelsdaten übermittelte, bei den nun tieferen Kursen in Aktien investierte. Offenbar wurde in Anbetracht der Unübersichtlichkeit noch kein Einstiegszeitpunkt gesehen.

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Anders sah es am Ende der Berichtswoche beim Gold aus. Ist Gold angesichts der vielen Probleme, Reibungen, Konflikte, Unvorhersehbarkeiten, die das Ergebnis des britischen Referendums mit sich bringen wird, schon wieder in die alte Rolle des Krisenschutzes in unsicheren Zeiten gerückt? Werden auch die von uns erfassten Vermögensverwalter in den nächsten Monaten stärker auf Gold umschichten? Gut möglich. Jedenfalls kurzfristig deutete sich auf dem Markt schon eine verstärkte Neigung zum Gold generell an. So wurden am Freitag nach Angaben von Marktbeobachtern Gold-ETCs massiv gehandelt. Auch die Verwaltung eines größeren sicherheitsorientierten Portfolios war daran beteiligt, indem sie größere Beträge in Xetra-Gold (WKN: A0S9GB) investierte. Der ETC erlaubt es Anlegern, sich relativ einfach am Goldmarkt zu positionieren. Xetra-Gold ist „eine von der Deutsche Börse Commodities GmbH emittierte, zu 100 Prozent mit Gold unterlegte Inhaberschuldverschreibung, die einen Anspruch auf die Lieferung von physischem Gold verbrieft. Jede einzelne Xetra-Gold- Schuldverschreibung räumt dem Investor das Recht ein, von der Emittentin die Lieferung von einem Gramm Gold zu verlangen. Dabei unterhält die Emittentin für Xetra-Gold-Schuldverschreibungen eine entsprechende Menge Gold in physischer Form und in begrenztem Umfang in Form von Buchgoldansprüchen. In der Gestalt eines Wertpapiers ist Xetra-Gold fungibel und genauso leicht übertragbar wie eine Aktie.“ (Factsheet)