Top-Käufe

nach UmsatzgrößeWKN
1.Rheinmetall AG 703000
2.GB Group plc 914859
3.4.0 Book. Hold. EO-Notes 26/39 A4EUGW
4.1,994 TotEn.Cap Int. 20/32 A28VQ8
5. Nestlé S.A. A0Q4DC

Auf der Verkaufsliste unseres Depotausschnitts der Woche Nr. 23 steht eine 2023 emittierte Staatsanleihe der Republik Frankreich, die mit 3,00 Prozent verzinst ist und bis 2049 läuft (A3LTNP). Bei dieser Anleihe handelt es sich um eine grüne Anleihe, um eine OAT verte, wobei OAT für Obligations Assimilables du Trésor steht.

Mit einer grünen Anleihe dürfen nur bestimmte, vorab festgelegte „nachhaltige“ Projekte finanziert werden. Allerdings sind einer jüngeren Studie („The Sovereign Greenium. Big Promise but Small Price Effect“; Ugo Panizza et al. 2025) zufolge grüne Anleihen in der Regel nicht auf einen messbaren Impact verpflichtet, so dass eine gewisse faktische Indifferenz gegenüber der Wirkung besteht.

Als Vorteil grüner Anleihen für den Emittenten gilt oftmals ein sogenanntes Greenium. Das ist ein Renditeabschlag gegenüber einer – gedachten oder existierenden (wie z.B. in Deutschland) – Zwillingsanleihe ohne Nachhaltigkeitszweck. Mit anderen Worten: in diesem Fall sind – die in der Regel öffentlichen oder institutionellen Investoren – dazu bereit, eine Renditeminderung in Kauf zu nehmen. Zwar ist das Greenium für die Anleihe unserer Verkaufsliste nicht bekannt.

Die Banque de France legte aber zu dieser Frage im Dezember 2024 eine Analyse für ausgewählte Länder aus dem Euroraum vor („Do green sovereign bonds benefit from a green premium?; Tamaki Descombes, Urszula Szczerbowicz, Banque de France, 2024“).

Der Studie zufolge betrug ein durchschnittliches Greenium für die Staatsanleihen aus Frankreich minus 1,8 Basispunkte – das sind minus 0,018 Prozentpunkte.

Im Vergleich dazu ergab sich laut Stude für grüne deutsche Staatsanleihen ein durchschnittliches Greenium von minus 3,1 Basispunkten und für grüne italienische Staatsanleihen von minus 5,2 Basispunkten.

Nun stellt sich die Frage, womit man das Greenium und die Länderunterschiede erklären kann. Ein gängiger Faktor ist den Studienautorinnen zufolge die relative Knappheit des Angebots grüner Anleihen im Verhältnis zur Investorennachfrage. Ein anderer Grund könnten länderspezifische Faktoren sein: jedoch lasse sich in ihrer Stichprobe für das Greenium kein „Ländereffekt“ identifizieren. Auch spiele das Kreditrating des Staates für diesen Marktausschnitt keine Rolle.

Fündig wurden sie hingegen bei emissionsspezifischen Erklärungsfaktoren: Im Fall Frankreichs zeige sich, dass es deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen grünen Anleihen gebe. Erklären lasse sich das mit idiosynkratischen Faktoren wie Emissionsvolumen, Liquidität des Wertpapiers, Restlaufzeit und Investorenbasis. So falle etwa das „Greenium“ bei kurzlaufenden Anleihen stärker aus.

Die weiter oben in diesem Kommentar bereits zitierte Studie von Ugo Panizza & Kollegen untersuchte das Greenium für Staatsanleihen auf Basis eines deutlich größeren Weltausschnittes. Ein Hauptergebnis der Studie fassen die Autoren wie folgt zusammen: „Wir stellen ein kleines, aber statistisch signifikantes ‚Greenium‘ fest, das bei fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Durchschnitt etwa 2 Basispunkte und bei Schwellenländern fast 13 Basispunkte beträgt.“

Bei diesem Satz drängt sich unmittelbar bereits eine Vermutung auf, die die Studie dann auch statistisch bestätigt. Anders als in der auf einen kleinen EU-Länder-Ausschnitt beschränkten Untersuchung der französischen Notenbank zeigt sich auf deutlich breiterer und heterogener Länderbasis, dass das Greenium von Staatsanleihen doch abhängig von der Bonität der Emittenten ist: Das Greenium weist einen positiven Zusammenhang mit dem Kreditrisiko auf. Es ist zudem höher, wenn die Risiken des Klimawandels stärker im Fokus stehen oder mit stärkeren Effekten des Klimawandels für ein Land gerechnet wird.

Top-Verkäufe

nach UmsatzgrößeWKN
1.3,00 Rep. Fr. 23/49 A3K9K0
2.2.5 DZHP 31 1252 Pf A3MQUX
3. 4.0 EIB 37 Bds A0D27C
4. Airbus SE 938914
5. Unilever PLC A0JNE2