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iSh. Core MSCI Japan IMI ETF A0RPWL

Japan-Aktien

In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli investierte eine von uns erfasste Vermögensverwaltung in japanische Aktien in Gestalt des iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF.

Generell war in Woche 28 auch als Folge der politischen Ereignisse viel Bewegung im Markt: thematisch sah man Rotationsbewegungen weg von bestimmten Themen und Regionen hin zu anderen, momentan favorisierten Sektoren und Weltgegenden.

Tech- und KI-Werte aus den USA kamen etwas unter Druck, stattdessen waren asiatische (Tech-)Titel gefragt – etwa auch aus China.

Aktien fossiler Energieunternehmen standen ebenfalls auf vielen Einkaufszetteln – damit reagierten viele Investoren taktisch auf das erneute Aufflammen des Krieges im Nahen Osten in der Berichtswoche und die „Störung“ der Rohöltransporte durch die Straße von Hormus. Viele Beobachter hatten damit gerechnet.

Aber es ist informatorisch etwas anderes, ob man z.B. sagt: „am Tag X in der Berichtswoche wird in Region NO mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent eine erneute kriegerische Eskalation erfolgen.“

Oder ob man am Tag X der Berichtswoche mit Gewissheit, (also 100tiger Wahrscheinlichkeit), feststellt: „Es ist gerade eine erneute kriegerische Eskalation in NO erfolgt“. Die Differenz zwischen 10 und 100 Prozent macht dann die Marktbewegungen aus.

Kommen wir nach diesen allgemeinen Kontext-Bemerkungen zu unserem ETF im Fokus zurück. Der ausschüttende iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF (A0RPWL) bildet den MSCI Japan IMI für eine Gesamtkostenquote von 0,12 Prozent p.a. physisch durch optimiertes Sampling nach.

Wir zitieren aus dem Factsheet des als Index zugrunde liegenden MSCI Japan IMI:

„Der MSCI Japan Investable Market Index (IMI) wurde entwickelt, um die Wertentwicklung der Segmente großer, mittlerer und kleiner Unternehmen des japanischen Aktienmarktes zu messen. Mit 957 Bestandteilen deckt der Index rund 99 % der nach Streubesitz bereinigten Marktkapitalisierung in Japan ab.“

Nun gibt es jedoch auch noch den MSCI Japan, der von einigen anderen ETFs nachgebildet wird. Worin besteht der Unterschied? Das beantwortet am einfachsten ebenfalls ein Zitat aus dem einschlägigen Factsheet:

„Der MSCI Japan Index bildet die Wertentwicklung der Segmente für Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung am japanischen Markt ab. Mit 168 Indexbestandteilen deckt der Index rund 85 % der nach dem Streubesitz gewichteten Marktkapitalisierung in Japan ab.“

Damit bedürfen die Index-Unterschiede keines weiteren Kommentars. Interessanter ist vielleicht noch eine Differenz zum Leitindex Nikkei 225.

Ausführlich wird dieser Index im „Nikkei Stock Average Index Guidebook“ (PDF, online zugänglich) beschrieben. Für unsere Zwecke reicht das Zitat aus der Einführung der Zusammenfassung darin:

„Der Nikkei Stock Average (Nikkei 225) wird weltweit als der bekannteste Referenzindex für den japanischen Aktienmarkt genutzt. Er setzt sich aus 225 an der Tokioter Börse (Prime Market) notierten Aktien zusammen und wird als preisgewichteter Index berechnet, der um bestimmte Faktoren angepasst ist.“

Uns soll hier nur die Bestimmung „preisgewichtet“ interessieren. Bei der Preisgewichtung zählt als Basis nur der Preis einer Aktie. Bei der üblichen Marktgewichtung, die auch die genannten MSCI-Indizes anwenden, zählt als Basis der Preis einer Aktie multipliziert mit der Anzahl aller Aktien, die das Unternehmen ausgeben hat.

Vorgeschlagen wurde die Preisgewichtung ursprünglich Ende des 19. Jahrhundert von Charles Dow. Daher ist es nicht allzu verwunderlich, dass der Dow Jones Industrial Index gleichfalls ein preisgewichteter Index ist. Alle anderen bedeutenden und neueren Indizes sind in der Regel nach Marktkapitalisierung zusammengestellt, wenn nicht explizit etwa eine Gleichgewichtung gewählt wird.

Der Unterschied zwischen Gewichtung gemäß Marktkapitalisierung und gemäß Aktienpreis zeigt sich auch im Ranking per Gewicht.

Im Nikkei 225 sieht die Tabelle der ersten Fünf wie folgt aus: 1) Advantest Corp, 11,26%, 2) Tokyo Electron Ltd, 10,55%; 3) Fast Retailing Ltd, 9,73%, 4) Softbank Group Corp. 7,21%, 5) Kioxia Holdings Corp. 3,11%

Die ersten fünf Titel gemäß Gewichtung nach Marktkapitalisierung im MSCI Japan IMI sind: 1) Tokyo Electron Ltd, 3,31%; 2) Mitsubishi Ufj Financial Group Inc, 3,28%; 3) Kioxia Holdings Corp 2,69%; 4) Toyota Motor Corp 2,47%; Advantest Corp 2,26%.

Ein Hauptunterschied betrifft die Gewichtung: Auffallend sind die hohen Gewichte der ersten Drei oder Vier im Nikkei 225; die ersten Fünf des japanischen Leitindex kommen bereits auf über 40 Prozent Depotgewicht. Im MSCI Japan IMI haben die ersten Fünf lediglich ein Gewicht von rund 14 Prozent.

Der zweite auffällige Unterschied ist die Besetzung der ersten Fünf und die Rangfolge: Drei Unternehmen sind zwar in beiden Rankings enthalten, aber jeweils auf anderen Plätzen.

Unterschiede zeigen sich auch in der Performance:

Der iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF (A0RPWL) hat im laufenden Jahr 19 Prozent in Euro an Wert gewonnen. Über 3 Monate beträgt der Zuwachs rund 10 Prozent und über 12 Monate 37 Prozent.

Als Vergleich nehmen wir den Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D (DBX0NJ), der für eine Gesamtkostenquote von 0,09% p.a. den japanischen Leitindex durch vollständige Replikation nachbildet. Er hat sich in diesem Jahr bereits um 35 Prozent gesteigert – trotz eines leicht fallenden Trends seit ungefähr 20. Juni. Über 3 Monate hat er 28 Prozent, über 12 Monate rund 61 Prozent zugelegt.

Möglicherweise hat die investierende Vermögensverwaltung damit gerechnet, dass bei der starken Konzentration durch die Preisgewichtung im Nikkei und einer bis Mitte Juni hochlaufenden sehr guten Bewertung die Potentiale erschöpft sein könnten bzw. die Investition in eine größere Breite des japanischen Aktienmarktes – auch gewichtungsmäßig – eine sicherere Variante ist.

Allerdings können im Profibereich für ein solches Investment sehr unterschiedliche Motive in Frage kommen.