
Was verraten uns die Verkäufe der vergangenen Woche? Sicher nicht die Geburt eines neuen Trends. Die Verkäufe der Vermögensverwalter sind breit gemischt und enthalten den Eurostoxx 600 (der ja auch gekauft wurde), indonesische Anleihen (die umgekehrt auch gekauft wurden), und deutsche Aktien wie Continental (die auch gekauft wurden). Es werden nicht nur Staatsanleihen verkauft, deren Anteil ohnehin stark abgenommen hat, sondern auch Corporates. In manchen Depots gibt es das spürbare Bemühen, „ordentliche Erträge“ aus Dividenden und Zinsen nicht weiter zu schmälern.
Die Verkaufsaktivitäten spiegeln die Gespräche wieder, die wir in den vergangenen Wochen mit Vermögensverwaltern geführt haben. Grundsätzlich herrscht eine von Skepsis durchzogene Haltung der Investoren vor. Das grundsätzliche Misstrauen basiert auf der Geldpolitik der Zentralbanken, deren Alternativlosigkeit zwar immer eingestanden wird, die sich aber eben auch als sehr explosiv erweisen kann. Weil die Geldschwemme ein so globales Phänomen ist, hat auch die Unterscheidung in bestimmte Branchen und Regionen nur eher begrenzten Wert. Ja man hält die Wachstumsstärke in den USA für eher größer und die Bewertung europäischer Aktien für günstiger. Und ja, die Schwellenländer-Währungen scheinen stabiler als die aus den Industrieländern zu sein. Aber das alles sind keine trendbildenden Unterschiede, sondern von Person zu Person abhängige Einschätzungen.

