Weiterhin Verkaufsüberhang

In der siebten Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 registrierten wir die zweite Woche in Folge einen Verkaufsüberhang: vom Umsatz in Höhe von 2,38 Mio. Euro entfielen 0,71 Mio. auf Käufe und 1,67 Mio. auf Verkäufe. Unser Schaubild zeigt Verkaufsüberhänge bei Aktien und Fonds, aber einen Kaufüberhang bei Festverzinslichen.

Generell war wohl insbesondere gegen Ende der Berichtswoche unter anderem aufgrund steigender geopolitischer Unsicherheiten wieder etwas mehr Sicherheit gefragt, während riskantere Positionen abgebaut wurden. Etliche Vermögensverwaltungen reagierten mit ihrem Handel jedoch auch deutlich auf fallende Kurse, die primär nur etwas mit den betreffenden Unternehmen zu tun hatten, wie wir unter „Verkäufe“ ausführlicher zeigen.

Differenziert man den Umsatz in der Berichtswoche nach Asset- bzw. Produktkategorie, dann hatten Aktien – wie in letzter Zeit meistens – mit 1,86 Mio. Euro die Nase vorne, gefolgt von Fonds mit 0,34 Mio. und Anleihen mit 0,17 Mio. Euro.

1-Monats-Favoriten

Die 5 meistgekauften Aktien der letzten vier Wochen WKN
1.AMETEK Inc. 908668
2. Iberdrola S.A. A0M46B
3.Schlumberger N.V. 853390
4. Procter & Gamble Co., The 852062
5. Apple Inc. 865985

Innere Zoll-Last: Apple

Die Importzölle, die Trump eingeführt hat, lagen bei Produkten aus China bei bis zu 47 Prozent. Apple war davon besonders betroffen und reagierte auf die Zölle vermehrt mit Verlagerungen nach Vietnam und Indien. Medienberichten zufolge hat Apple seit Inkrafttreten der Zölle vor einem dreiviertel Jahr auf im Ausland gefertigte Komponenten etwa 3,3 Milliarden USD zusätzlich an den Staat entrichten müssen.

Am 20.02. hat der US-Supreme-Court einen Großteil der Trump-Zölle für nichtig erklärt. Die Freude über diese Entscheidung dürfte aber Marktbeobachtern zufolge bei Apple nicht ungetrübt gewesen sein. Markus Weingran etwa schrieb am 23.02. bei Wallstreet-online („Anleger erfreuen oder Trump verärgern – was macht Apple?“).: „Die Entscheidung eröffnet Apple die Möglichkeit, gezahlte Zölle zurückzufordern. Doch genau hier beginnt das Dilemma.

Würde der Konzern auf eine umfassende Erstattung pochen, könnte das das ohnehin angespannte Verhältnis zum Präsidenten weiter belasten.“ So angespannt scheint aber das Verhältnis auch wieder nicht zu sein. Wie Weingrans Artikel zu entnehmen ist, beherrscht der Apple-Chef Tim Cook das Antichambrieren „vor Königsthronen“ durchaus. Hinzu kommt als weiterer Unsicherheitspunkt, dass Trump postwendend einen neuen „globalen Zollsatz“ in Höhe von 10 Prozent in Anschlag gebracht hat, wenngleich zunächst nur für 150 Tage – darüber hinaus ist die Zustimmung des Kongresses erforderlich.

3-Monats-Favoriten

Die 5 meistgekauften Wertpapiere der vergangenen drei Monate WKN
1. Schlumberger N.V. (Ltd.) 853390
2.Iberdrola S.A. A0M46B
3. AMETEK Inc. 908668
4. NVIDIA Corp. 918422
5.Procter & Gamble Co., The 852062

Don Quijote und Frestón

Don Quijote kämpfte einst heroisch gegen Riesen. Als er sich in deren Armen verfangen hatte, erkannte auch er, dass es sich um Windmühlenflügel handelte. Fluchs behauptete er, Zauberer Frestón habe diese Verwandlung herbeigeführt. Das Energieunternehmen Iberdrola könnte sagen, dass der Frestón von heute Galán heiße.

Als Iberdrola 1998 aus einer Fusion entstanden war, handelte es sich noch um einen verhältnismäßig kleinen spanischen Versorger. Unter der Leitung von José Ignacio Sánchez Galán wuchsen dem Unternehmen beim Kampf um die Rendite dann immer mehr Solarpaneele und Windmühlenflügel, denn man marschierte damals noch bei teils kräftigem Gegenwind strikt in Richtung Erneuerbare, ohne allerdings die Kernenergie zu vernachlässigen. Iberdrola expandierte massiv, stieg in anderen Ländern ein, sicherte sich als ökonomische Basis Netze mit staatlich genehmigten stabilen Renditen, was einen verlässlichen Cashflow erlaubte. Das ermöglichte dann auch riskantere Investitionen im Energiesektor sowie bessere Konditionen bei der Finanzierung von Übernahmen.

Vergleicht man die Aktie von Iberdrola und RWE, dann steigerte sich die Iberdrola-Aktie in den letzten 13 Jahren um 425 Prozent, die RWE-Aktie um 85 Prozent. Über 5 Jahre sind es 92 bzw. 62 Prozent, über 3 Jahre 80 vs. 28 Prozent. Über 1 Jahr sind es 45 vs. 71 Prozent, über 6 Monate 20 vs. 47 Prozent, d.h. über die letzten beiden genannten Zeiträume hat RWE beim Kursanstieg die Nase vorn.